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Navigation mit dem GPS auf dem Zweirad (Fahrrad oder Motorrad)

GPS-Empfänger

Was bringt so ein GPS-Gerät?

Im Vergleich zum Fahren nach Karte und Kompaß kennt man mit einem GPS-Empfänger jederzeit Standort, Fahrtrichtung und die Distanz zum Abbiegepunkt oder Zielpunkt. Man kann sich auch ohne Geländepunkte oder Verkehrsschilder leicht orientieren und die eigene Position mit einem Blick auf die Anzeige erfassen. Das geht ungleich schneller als mit einer Kartentasche auf dem Tank oder im Tankrucksack, geschweige denn die herkömmliche Methode: blinken, anhalten, Jacke auf, Karte raus, Karte aufklappen, „§@&%!?%“, Karte umdrehen, etc.

Welche GPS-Geräte sind am Markt?

  • Einfache Handgeräte, die die Position bestimmen und Daten wie Entfernung und Richtung zum Zielpunkt numerisch darstellen. — Handgeräte ohne Kartenanzeige kosten am wenigsten, sind aber auch mehr zum Bergsteigen, Paddeln oder Wandern als für die Straßennavigation auf dem Zweirad (also Fahrrad oder Motorrad) geeignet.
  • Hand- oder Konsolengeräte mit Kartenanzeige (Kartenplotter), auf denen diese Informationen graphisch dargestellt werden. — Für’s Fahrrad und mit Einschränkungen auch Motorrad wird ein GPS-Empfänger mit Kartenfunktion und ohne automatische Routenberechnung (Autorouting) in vielen Fällen ausreichen, insbesondere Offroad, also abseits befestigter Straßen und Wege.
  • Hand- oder Konsolengeräte mit automatischer Wegfindung (Autorouter), mit denen die kürzeste oder schnellste Wegstrecke automatisch berechnet werden kann. — Geräte mit automatischer Wegfindung sind für die Straßennavigation mit dem Zweirad (also Fahrrad oder Motorrad) optimal, finden aber nicht automatisch die kurvenreichsten, schönsten und verkehrsärmsten Wegstrecken. Offroad ist Autorouting auch mit neuen Karten nur selten durchgehend anwendbar.
  • Einbaugeräte, die zusätzlich zum Autorouter noch mit einem Anschluß an den Geschwindigkeitsmesser und einem Drehbewegungssensor (Gyroskop) ausgestattet sind und die Positionsberechnung auch in Tunneln und anderen Passagen ohne ausreichenden Satellitenempfang interpolieren können. Derartige GPS-Geräte sind bauartbedingt nur für KFZ wie PKW oder LKW geeignet.
  • Multifunktionsgeräte wie navigationstaugliche Mobiltelefone, Pocket-PCs, Sportcomputer etc. — Nichts so richtiges für diesen Anwendungsbereich.

Welches GPS-Gerät ist das richtige?

Kriterien

Wichtig sind vor allem anderen eine gute Anzeigequalität und eine möglichst große Speicherkapazität.

Klar, wenn die Anzeige zu grob oder schlecht ablesbar ist, kann es auf dem Zweirad (also Fahrrad oder Motorrad) schwierig werden.

Speicher ist nötig, um die anstelle der groben Basiskarte (Basemap), mit denen viele GPS-Geräte von Hause aus ausgestatt sind, detailliertes Kartenmaterial (Feindaten) einspielen zu können. Die Basiskarten reichen zwar aus, um von einer Stadt in die andere zu kommen, aber für eine Tourenplanung im Zielgebiet fehlen zu viele kleine Orte und Straßen.

Anbieter

Es gibt verschiedene Anbieter, beispielsweise Eagle, Lowrance, Magellan, THALES, früher DSNP und MLR, Silva, Trimple, Silva und Garmin. Speziell das Angebot an Hardware und Software von Garmin ist unter Bikern, Paddlern und Wanderern weit verbreitet. Zumindest habe ich für Garmin die meisten TipsTipps und Tricks gefunden und mich auf deren Angebot konzentriert, und das ist schon unübersichtlich genug.

Foto: Garmin

Garmin eTrex Legend

Garmin eTrex Legend

Foto: Garmin

Garmin eTrex Vista

Garmin eTrex Vista

Foto: Garmin

Garmin GPSMAP 76

Garmin GPSMAP 76

Vorauswahl

Auf den Webseiten von Garmin Deutschland ist eine Vorauswahl nach individuellem Profil möglich. Aus dem Angebot für Zweiradfahrer, also Fahrradfahrer und Motorradfahrer, habe ich folgende im Herbst 2001 aktuellen Modelle in die engere Wahl gezogen: die Handgeräte eTrex Legend, eTrex Vista, GPSMAP 76 und das Konsolengerät GPS V. Informationen über neuere Modelle wie das GPSMAP 76S ff. habe ich später ergänzt. Alle genannten GPS-Geräte sind robust und wasserdicht (bis 1 Meter für 30 Minuten), also zur Navigation auf dem Zweirad, also Fahrrad oder Motorrad, und für andere Outdoor-Anwendungen geeignet.

Foto: Garmin

Garmin GPS V

Garmin GPS V

Ältere Modelle, wie das unter Motorradfahrern beliebte GPS III plus, habe ich für einen Neukauf nicht mehr in Betracht gezogen, da aktuelle Modelle für den gleichen Preis eine höhere Auflösung und ein vielfaches an Speicher bieten.

Ähnliches gilt für die 12er-Geräte, die durch die GPSMAP-Modelle abgelöst wurde.

Die ältere eMap-Reihe ist zwar interessant, weil der Speicher mit Karten bis 128 MByte ausbaufähig ist, jedoch weniger robust und nicht wasserdicht.

Die neuere Geko-Reihe ist ebenfalls weniger robust, nur spritzwassergeschützt und zielt mit Niedrigpreisen auf weniger spezialisierte Kunden und Geocaching-Freunde.

Der Multifunktionsgeräte der iQue- und nüvi-Reihe sind mit Farbanzeige, Autorouter und Sprachausgabe ausgestattet und für’s Auto ideal, jedoch für’s Zweirad, also Fahrrad oder Motorrad, mangels Robustheit und fehlender Wasserdichtigkeit weniger geeignet.

Gleiches gilt auch für die in Supermärkten angebotenen Pocket-Navigatoren, deren kontrastarme Anzeigen im direkten Tageslicht oft schlecht ablesbar sind.

Foto: Garmin

Garmin GPS III plus

Garmin GPS III plus

Technische Daten

Aktuell sind 12-Kanal-Parallel-Empfänger (PhaseTrac12) oder noch leistungsfähigere Module mit über 16 bis zu 32 Kanälen wie NemeriX, SiRF, MediaTek. Ältere 8-Kanal-Multiplex-Empfänger gelten als veraltet und kommen einem nur noch als Gebrauchtgeräte unter.

Alle bevorzugten GPS-Geräte haben hochauflösende Anzeigen mit 4 Graustufen und Hintergrundbeleuchtung. Die Auflösung beträgt beim eTrex Legend und eTrex Vista 160 × 288, beim GPSMAP 76 180 × 240 und beim GPS V 256 × 160 Bildpunkte.

Anzeigen im Hochformat gelten bei der Straßennavigation als zweckmäßiger, weil man auf dem Kartenplot weiter vorausschauen kann.

Der Speicher ist beim eTrex Legend und GPSMAP 76 mit 8 MByte knapper bemessen als beim GPS V mit 19 MByte oder beim eTrex Vista und GPSMAP 76S mit 24 MByte. An Feindaten bekommt man mit 8 MByte maximal eine Großstadt inklusive Umland oder ein ländliches Bundesland geladen, mit 24 MByte immerhin ein Viertel bis zu einem Drittel der Bunderepublik Deutschland (je nach Produkt). Ein GPS-Gerät mit 8 MByte ist für Tagestouren ausreichend, für Urlaubsfahrten durch Länder wie beispielsweise Norwegen oder Schottland ist ein Vielfaches an Speicher sinnvoll, wenn man nicht noch ein Notebook zum Nachladen der für den jeweils benötigten Kartenausschnitt benötigten Feindaten mitschleppen will.

Die bevorzugten GPS-Geräte haben einen nichtflüchtigen Speicher (Flash memory), so daß eine unterbrochene Navigation nach dem Batteriewechsel ohne weiteres fortgeführt werden kann. Nur bei der Aktualisierung der Software (Firmware) kann ein Spannungsausfall problematisch werden und das GPS-Gerät blockieren.

Die Technischen Daten der GPS-Geräte sind in vielen Punkten so ähnlich, daß die Unterschiede selten eine Entscheidungshilfe sein werden. Auf den Webseiten von Garmin können ausgewählte GPS-Geräte tabellarisch gegenübergestellt und verglichen werden. Erwähnenswert sind vielleicht noch folgende Punkte:

  • Das GPS V ist eines der ersten GPS-Geräte mit Autorouting und wahlweise horizontalem oder vertikalem Darstellungsmodus, also auch für’s Auto interessant. Ich habe es wegen der recht langsamen Berechnung und Anzeige sowie des hohen Preises dann doch nicht in die engere Wahl gezogen.
  • Der Empfang bei GPS-Geräten wie dem GPS III plus, GPS V oder GPSMAP 60-Modellen trotz Stummelantenne nicht besser als bei GPS-Empfängern mit integrierter Antenne. Allerdings wurde die Empfangsqualität mit den C-Modellen verbessert, und Empfindlichkeit der GPSMAP-Cx-Modelle wurde nochmal verbessert.
  • Die Antenne ist bei den eTrex-Modellen für den nahezu waagerechten Betrieb und bei den GPSMAP-Modellen für den fast senkrechten Betrieb ausgelegt. Demzufolge ist die Empfangsqualität nur in den vorgesehenen Positionen optimal,auch wenn die Unterschiede nicht sehr groß sind.
  • Auffällig ist jedoch der Einfluß des Blickwinkels auf die Anzeigequalität, die beim eTrex nur von schräg unten und bei den GPSMAP-Modellen nur von schräg oben optimal ist, so daß das eTrex bei typischer Lenker- oder KFZ-Montage brillianter wirkt.
  • Die eTrex-, GPSMAP 60- und GPSMAP 76-Modelle verfügt über akkustische Alarme bei Ankunft, Annäherung oder Kursabweichung. Diese sind auf dem Fahrrad noch gut, auf dem Mopped (sprich: Motorrad) aber kaum hörbar.
  • Alle GPSMAP 76-Modelle sind schwimmfähig und haben noch Funktionen für die Marinenavigation, beispielsweise eine Taste Mann-über-Bord (MOB) und eine graphische Gezeitenanzeige.
  • Die eTrex Vista-, GPSMAP 60CS/CSx- und die GPSMAP 76CS/CSx-Modelle haben den anderen GPS-Geräten noch einen Kompaß und einen barometrischen Höhenmesser voraus, die nicht nur für Bergsteiger und Wander interessant sind: Der barometrische Höhenmesser liefert für angezeigten Höhenmeter und die aufgezeichneten Höhen deutlich genauere Meßwerte als die GPS-Höhe.
Weitere Merkmale

In den Produktbeschreibungen werden häufig noch DGPS (Differential GPS) und WAAS (Wide Area Augmentation System) oder EGNOS (European Geostationary Navigation Overlay Service) beworben. Beides sind Systeme zur Erhöhung der Sicherheit im Schiffs- und Flugverkehr, mit denen sich die Genauigkeit mittels zusätzlicher Stationen beziehungsweise Satelliten verbessern läßt. Da DGPS zusätzliche Hardware erfordert und WAAS bisher nur in Nordamerika und EGNOS immer noch nicht vollwertig arbeitet, können Biker (sprich: Fahrradfahrer oder Motorradfahrer) beide Features als Argumente getrost vernachlässigen.

Ein barometrischer Höhenmesser ist vor allem für Radfahrer und andere Outdoor-Sportler interessant. Ein elektronischer Fluxgate-Kompaß erweist sich auch bei der Straßennavigation als vorteilhaft, da er nicht nur in Bewegung, sondern auch im Stand eine korrekte Richtungsanzeige liefert. Dies ist beim Starten, beim Wenden und in Kreisverkehren vorteilhaft.

Ich habe mir zum Schluß nur noch das eTrex Vista (wegen der Handlichkeit und des großen Speichers) und das GPSMAP 76 (wegen der obenliegenden Tasten) beim örtlichen Händler angesehen.

Die etrex Vista-Modelle sind kleine GPS-Handgeräte (ugs. GPS-Handy), die man mittels einer Halterung (ab 20 €) leicht am Fahrrad- oder Motorradlenker befestigen kann. Da es mit einer Spannung von maximal 3 V arbeitet, braucht man für eine externe Versorgung am Motorrad ein teures Adapterkabel für den Zigarettenanzünder mit Spannungswandler 12 V/3 V, oder man bastelt sich aus dem Angebot von Conrad oder billigen Handy-Shops etwas. Die Tasten sind seitlich angebracht, und oben ein kleiner Joystickersatz (Clickstick), mit dem man Eingaben ähnlich schnell wie ein Teenager seine Kurznachrichten im Mobiltelefon eintasten kann.

Im Gegensatz zu der eTrex-Reihe sind bei den GPSMAP 60- und GPSMAP 76-Modellen weitere Anschlußmöglichkeiten für externe Antenne und Spannung vorgesehen. Der Spannungsbereich dieses GPS-Gerätes macht einen teuren Spannungswandler entbehrlich. Vorteilhaft für’s Zweirad, also Fahrrad oder Motorrad, ist auch, daß die Tasten obenliegend angebracht sind und bei der Fahrt leichter bedient werden können.

Seit Mai 2002 ist ein erweitertes Modell GPSMAP 76S erhältlich, das ähnlich wie das eTrex Vista mit einem Speicher von 24 MByte, einem Kompaß sowie einem barometrischen Höhenmesser ausgestattet ist und über einen im Vergleich zum eTrex Vista größeren Speicher für Kursaufzeichnungen (Tracklogs) verfügt.

Foto: Garmin

Garmin eTrex Vista

Garmin eTrex Vista

Foto: Garmin

Garmin GPSMAP 76S

Garmin GPSMAP 76S

Seit März 2004 ist eine neue Generation von universellen GPS-Empfängern verfügbar: Das GPSMAP 60C (ohne Kompaß) und das GPSMAP 60CS (mit Kompaß) haben eine 256-farbige Anzeige, 56 MByte Speicher, zusätzlich zur seriellen eine schnelle USB-Schnittstelle, eine Antennenbuchse, einen Autorouter und im Vergleich zum GPS V eine ausreichend schnelle CPU.

Weitere Vorteile sind eine spürbare verbesserte Empfangsqualität (es gibt kaum noch Abrisse) und eine trotz der höheren Arbeitsgeschwindigkeit deutlich verlängerte Betriebsdauer mit Batterien (bis zu 30 Stunden).

Ergonomisch gesehen reichen die Handgeräte nicht ganz an das smarte eTrex Vista mit dem Clickstick heran. — Die neuen GPS-Empfänger sind klobiger, schwerer, etwas kopflastig, und die Gummitasten sind unpräzise.

Foto: Garmin

Garmin GPS 60C

Garmin GPSMAP 60C

Foto: Garmin

Garmin GPS 60CS

Garmin GPSMAP 60CS

Seit Mai 2004 gibt es das GPSMAP 76C (ohne Kompaß) und das GPSMAP 76CS (mit Kompaß), ebenfalls mit 256-farbiger Anzeige, 115 MByte Speicher, serieller und USB-Schnittstelle, Antennenbuchse, Autorouting sowie schneller CPU.

Mit diesen Modellen sind die farblosen Vorgänger GPSMAP 76 und GPSMAP 76S eigentlich nur noch preislich gesehen eine Alternative.

Foto: Garmin

Garmin GPS 76C

Garmin GPSMAP 76C

Foto: Garmin

Garmin GPS 76CS

Garmin GPSMAP 76CS

Seit Juli 2004 gibt es das eTrex Legend C (ohne Kompaß) und das eTrex Vista C (mit Kompaß), beide mit 256-farbiger Anzeige, 24 MByte Speicher, Mini-USB-Schnittstelle, Autorouting und Tonausgabe.

Weiterer Vorteil ist die verlängerte Betriebsdauer mit Batterien (bis zu 20 Stunden). Die Empfangsqualität und Arbeitsgeschwindigkeit wurden ebenfalls verbessert und steht den GPSMAP-Modellen in nichts nach.

Kein ernsthafter Nachteil ist der Verlust der seriellen Schnittstelle zugunsten des Mini-USB-Ports, da NMEA prinzipiell auch über USB möglich ist.

Foto: Garmin

Garmin eTrex Legend C

Garmin eTrex Legend C

Foto: Garmin

Garmin eTrex Vista C

Garmin eTrex Vista C

Seit Februar 2006 gibt es endlich mit Speicherkarten erweiterbare Modelle: eTrex Legend Cx, eTrex Vista Cx, GPSMAP 60Cx, GPSMAP 60CSx, GPSMAP 76Cx und GPSMAP 76CSx (jeweils ohne und mit Kompaß).

Alle Cx/CSx-Modelle sind mit Speicherkarten vom Typ microSD (micro SD, mikro-SD) (TransFlash) und Kapazitäten 32 MByte bis 128 MByte ausgestattet und sind nach verfügbaren Medien derzeit bis 2 GByte (ab 6 Euro) erweiterbar.

Darüber hinaus wurde bei den GPSMAP-Modellen durch den Einsatz eines neuen SiRFstarIII-Bausteins die Empfangsqualität nochmals verbessert.

Kleiner Wermutstropfen bei den neuen GPSMAP-Modellen ist ein im Vergleich zu den Vorgängern um etwa 1/3 höherer Stromverbrauch.

Unverständlicherweise fehlt in der Firmware den neuen GPSMAP-Modelle (noch) der Wecker und die kontinuierliche Luftdruckaufzeichnung.

Ferner wurde das für DGPS erforderliche Übertragungsprotokoll eingespart.

Im Juli 2006 wurde das eTrex Venture Cx, ergänzt, das mit dem eTrex Legend Cx bis auf die klassische gelbe Farbe baugleich ist ohne Datenkabel, Speicherkarte und Minimalsoftware geliefert wird. Das ermöglicht einen bedarfs- und preisoptimierte Anschaffung in Verbindung mit einem Standard-USB/Mini-USB-Datenkabel, der benötigten Speicherkapazität und Kartensoftware.

Seit dem Herbst 2007 gibt es das eTrex Legend HCx und das eTrex Vista HCx mit hochempfindlichen Mediatek-Empfängerbausteinen.

Mit diesem Empfänger wird eine etwas bessere Betriebsdauer als mit dem SiRFstarIII und kürzere Rechenzeiten als beim PhaseTrac12 erreicht, jedoch nicht mehr die Zuverlässigkeit des Vorgängers, und auch mit diesem Baustein ist die Luftdrucktrendaufzeichnung und der Wecker nicht mehr realisierbar.

Der Empfang reißt bei den H-Empfängern zwar auch unter sehr ungünstigen Bedingungen nicht ab, jedoch steigt damit auch die Anfälligkeit gegenüber Signalreflexionen und führt zu mehr Driftproblemen und Positionsfehlern, und die Bewegungen mit geringen Geschwindigkeiten (unter 5 km/h) können nicht mehr so leicht von der Drift im Stand differenziert und erfaßt werden. Die H-Modelle haben Vorteile bei ungünstigen Empfangsbedingungen, erreichen jedoch normalen Bedingungen nicht die Positionsbestimmgsqualität wie die PhaseTrac12-Modelle.

Beim Neukauf kann sowohl Cx oder auch HCx-Modell die bessere Wahl sein. Die längere Batteriebetriebdauer, Luftdrucktrendaufzeichnung und Wecker und unter normalen Bedingungen zuverlässigere Positionsberechnung und Reisecomputerdaten sprechen nach wie vor für die älteren Geräte.

Seit November 2006 gibt es mit dem zûmo 550 ein kompaktes Motorradgerät mit Autorouting, Sprachausgabe, vereinfachter Bedienung und Funktionalität. Das Gerät ist für Zielfahrten optimal, jedoch für das Arbeiten mit vorgeplanten Touren und Reisen weniger geeignet, und es fehlen viele Einstellungsmöglichkeiten und Funktionen der früheren Universalgeräte.

Für ambitionierte Motorradfahrer ist das GPSmap 276C oder das GPSmap 278 dem mehr Einstellungsmöglichkeiten und größerem Funktionsumfang daher empfehlenswerter.

NEU!

Die neue Genration von Outdoor-Geräten hat wesentlicht mehr Rechenleistung, jedoch teilweise auch erheblich geringere Batterielaufzeiten. Die Benutzeroberflächen wurden für Endbenutzer attraktiv gestaltet, jedoch bieten diese Geräte auch nicht die individuellen Einstellmöglichkeiten und zahlreichen Funktionalitäten der klassischen Modelle. Der Anzeigekontrast der klassischen Modelle wird bei Tageslicht ohne und auch mit Displaybeleuchtung nicht erreicht, und es empfiehlt sich vor dem Kauf abzuwägen, ob speziell die Touchscreen-Modelle im Outdoor- oder Zweiradeinsatz robust und zweckmäßig sind.

Entscheidungshilfe

Ich habe mich 2001 zunächst für das kleine Handgerät eTrex Vista entschieden, wegen des Speichers, in den ich über ein Viertel der Bundesrepublik Deutschland laden kann. Das GPS-Gerät ist etwa so groß wie ein Mobiltelefon und kann leicht mitgenommen werden, wenn man das Zweirad, also Fahrrad oder Motorrad, verläßt. Die leichten Nachteile in der Bedienbarkeit habe ich nach Rücksprache mit Praktikern als weniger gravierend angesehen, weil man während des Fahrens eigentlich doch eher selten eingreifen muß, allenfalls mal zoomen. Alles andere macht man, wie auch beim Mobiltelefon, besser im Stand. Wer im Allgemeinen seine Probleme mit kleinen Anzeige- und Tastenflächen hat, wird jedoch mit den eTrex-Geräten weniger gut beraten sein.

Beim Neukauf heute ist die Entscheidung zwischen den eTrex Vista C-, den GPSMAP 60CS- und den GPSMAP 76CS-Modellen, also zwischen Handlichkeit, Schnelligkeit und Speicherkapazität, aber auf jeden Fall mit Kompaß, zu treffen. Ausreichendes Budget vorausgesetzt, denn Autorouting in heruntergeladenen Feindaten auf dem GPS-Gerät erfordert den Erwerb von MapSource City Navigator.

Ende 2004 bin ich auf das eTrex Vista C umgestiegen. Die Routenplanung für die Straßennavigation ist mit den neuen Farbgeräten doch spürbar einfacher geworden.

Anfang 2006 habe ich wiederum auf das eTrex Vista Cx gewechselt. Der erweiterbare Kartenspeicher ist für Tagestouren zwar noch entbehrlich, bei Rundreisen aber notwendig. Außerdem kann man nun vorsorglich ganze Länder sowie, je nach Bedarf, sogar Straßen- und topografische Daten gleichzeitig laden.

Wenn man mit dem GPS eigentlich nur Tagestouren machen will, sind das günstigere eTrex Legend oder das genannte GPSMAP 76 mit dem kleineren Speicher natürlich eine genausogute Wahl.

Wer viel Platz auf der Konsole seines Joghurtbechers hat und auch noch über das nötige Kleingeld verfügt, kann sich auch mal die größeren Konsolengeräte aus der GPSMAP- oder StreetPilot-Reihe ansehen.

Im Vergleich von Anbietern und Modellen in der Zeitschrift outdoor 1/2001 wurden übrigens das Garmin eTrex (Preis-Tip) und das eTrex Vista (Top-Tip) Testsieger.

Im Vergleich der Stiftung Warentest 6/2003 war das eTrex Vista Testsieger, und auch alle anderen getesteten Garmin GPS-Empfänger wurden mit „gut“ bewertet.

Im Vergleich von Anbietern und Modellen in der Zeitschrift outdoor 11/2004 wurden das GPSMAP 60 CS Testsieger, eTrex Legend und Geko wegen der Bedienungsfreundlichkeit positiv bewertet.

Kaufempfehlung
  • eTrex Venture Cx: kleinstes und preiswertetes Gerät mit Autorouting, ohne überflüssiges Zubehör (Preis-Tip)
  • eTrex Vista Cx/HCx: kleinstes und leistungsfähigstes Gerät mit Autorouting, Höhenmesser und Kompaß (optimale Kompaktlösung)
  • GPSMAP 60Cx: Handgerät mit Autorouting, verglichen mit eTrex-Modellen höhere Empfangsleistung, jedoch geringere Positionsstabilität und Batterielaufzeit
  • GPSMAP 60CSx: wie GPSMAP 60Cx plus Höhenmesser und Kompaß
  • Quest: kleinstes Konsolengerät mit Autorouting und Sprachausgabe
  • GPSMAP 276C: robustes Konsolengerät mit Autorouting, großer Anzeige und Sprachausgabe
  • GPSMAP 278: wie GPSMAP 276C plus vorinstallierten Straßendaten (optimale Komfortlösung)
  • zûmo 550: kompaktes Motorradgerät mit Autorouting, Sprachausgabe, vereinfachter Bedienung und Funktionalität

Was wird an Zubehör benötigt?

Eine externe Antenne brauche ich auf dem Mopped (sprich: Motorrad) nicht, weil ich das Handgerät empfangsgünstig oben auf dem Lenker montieren konnte. Wenn das GPS-Gerät jedoch verdeckt in den Konsole liegt, mag das anders sein. Für diesen Fall gibt es Angebote an externen Antennen, sogar Möglichkeiten für die eTrex-Modelle, die eigentlich keine Antennenbuchse haben.

Natürlich benötigt man für’s Bike, sprich: Fahrrad oder Motorrad, noch die bereits erwähnte Halterung. Die originale Fahrradhalterung reicht allenfalls für gelegentliche, leichte Anwendungen aus. Schon wesentlich robuster sind solide Fahrrad- oder Motorradhalterungen von Ram-Mount oder Touratech, jedoch funktionieren derart starre Gerätebefestigungen nicht immer problemlos.

Ich benutze mittlerweile die bewegliche Softcase-Halterung von GPS24, mit der der Betrieb auf dem Fahrrad und dem Motorrad auch bei starken Stößen oder Vibrationen gleichermaßen unproblematisch funktioniert.

Foto: GPS GmbHhttp://www Garmin Fahrradhalterung

Garmin Fahrradhalterung

Foto: Poly-Electronic GmbHhttp://www Touratech Motorradhalterung

Touratech Fahrradhalterung

Foto: GPS GmbHhttp://www Touratech Motorradhalterung

Touratech Motorradhalterung

Foto: GPS24http://www GPS24 Softcase-Halterung (eTrex Vista Cx)

GPS24 Softcase-Halterung (eTrex Vista Cx)

Die empfohlenen GPS-Empfänger sind 1 bis 3 Tage am Stück einsetzbar, abhängig von Betriebsart und Zellentyp. Eine mehrtägige Touren kann man zwar locker mit einem Batteriesatz machen, aber auf Dauer sind wiederaufladbare Zellen (Akkus) oder, beim Motorrad, eine externe Spannungsversorgung über die Bordbatterie kostengünstiger.

Foto: GPS GmbHhttp://www Garmin Adapterkabel für Zigarettenanzünder (eTrex Vista)

Garmin Adapterkabel für Zigarettenanzünder (eTrex Vista)

Foto: GPS GmbHhttp://www Garmin Adapterkabel für Zigarettenanzünder (eTrex Vista C/Cx/HCx)

Garmin Adapterkabel für Zigarettenanzünder (eTrex Vista C/Cx/HCx)

Und was kostet der Spaß?

Ein GPS-Empfänger mit Kartenanzeige kostet einige hundert Euro. Dazu sollte man eine Software für die einfache Planung und Verwaltung von Routen rechnen.

Bei Preisvergleichen ist zu beachten, daß besonders günstige Importgeräte leider auch Nachteile in Ausstattung, Lieferumfang und in Servicefällen haben können.

Preise für Neugeräte ohne Karten ab 100 € (eTrex Venture Cx) bis zu 800 € (GPSMAP 278).

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